"Viele Wege führen nach
Rom", sagt ein altes Sprichwort. Ich möchte abgewandelt hinzufügen: Viele Dinge
führen zu einem Tinnitus. Doch viele führen ebenfalls zum Akzeptieren eines solchen
"Störenfriedes", ja, zu einem Leben mit ihm! Dieser Quälgeist
hat sich doch tatsächlich unentbehrlich bei mir gemacht! Wie war das möglich? Es wurde
möglich durch Menschen, die mir halfen. Meine Familie, meine Freunde. Es wurde möglich
durch das Zusammenwirken fähiger, geduldiger Ärzte und Therapeuten. In der
Bosenberg-Klinik erwies sich neben den übrigen Therapieformen die Audiokommunikation für
mich als besonders wirksam. Wie viele "Tinnitus-Menschen" hatte auch ich eine
regelrechte Gefühlsmauer um mich herum errichtet. Diese bekam durch die Klänge und
Frequenzen der klassischen Musik schnell Risse! Frau Valentin verstand es, durch ihr ganz
spezifisches Vorgehen in der Gruppen- und Einzeltherapie meisterhaft, meine Intuition,
meine innere Stimme, aus mir herauszulocken. Unter Minderwertigkeits- und Schuldgefühlen
waren sie vergraben! Vieles musste erst aufgearbeitet werden, bis meine ureigensten
Wünsche zutage treten konnten. Ich erfüllte mir in der Folgezeit meinen Kindheitswunsch:
Ich begann zu malen. "Heilen durch Malen", hieß nun mein Weg. Viele Bilder,
erst klein und zaghaft, dann immer mutiger und im größeren Format. Mein Lehrmeister war
kein anderer als der Tinnitus! Lange musste er rufen, schreien, mich aufrütteln, bis ich
durch die Mithilfe von Frau Valentin seine "Töne" in Worte übersetzen konnte.
Auch heute noch höre ich sehr genau hin; er hat mir immer etwas mitzuteilen - je nachdem
ein Lob, mahnende Worte oder sogar einen Tadel! Meist kann er mich loben, denn durch das
Beschäftigen mit Farbe und Pinsel bin ich in meiner "Mitte". Ich lebe wieder,
mehr denn je, jetzt, mit 56 Jahren, mit Hörgeräten und einem Tinnitus!
Ich wünsche Frau Valentin und ihrem "Kind" mit Namen Tinn-a-Ré auch weiterhin
alles Gute. Mögen recht viele Patienten von dieser neuen Form der ambulanten
Tinnitus-Therapie profitieren!

Regina Sehnert
H. Heine-Str. 20 in 07955 Auma/Thüringen
E-Mail: reseh@freenet.de
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Was hat mir die Musiktherapie gegeben?

"Die Musiktherapie hat mir Zugang zu meinem "eigenen ich" und "so
sein" gegeben.

Der Tinnitus ist keine Bedrohung mehr für mich (seit meiner
Kindheit leide ich darunter).

Ich fühle mich freier von innen heraus und erlebe eine
Selbstwertgefühl, was langsam wächst.

Ich kann mich jetzt öffnen und spontan sein "zu anderen
Menschen", wenn ich es will, ebenso mich wieder zurückziehen.

"Ich kann nicht hören" - aber Musik erspüren, durch Vibrationen,
Schwingungen, Töne und auch sehen. Bei diesem Musikgefühl
entstehen Bilder und Geschichten in mir.

Spannungen kann ich besser ertragen und auch abbauen. Ängsten
kann ich besser begegnen.

Die Musiktherapie mache ich weiter, um sie noch differenzierter
zu spüren und zu erleben. Dadurch entdecke ich immer mehr
Möglichkeiten in mir. Ich bin selbst überrascht."

"Ich habe gelernt, mit den Ohrgeräuschen anders umzugehen.
Sie sind nicht mehr dominierend in meinem Leben.

Ich habe dagegen viel mehr Zugang zu mir selbst gefunden."
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